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Capoeira Nova Alianca München

Instrumente

Musik ist der Lebensnerv von Capoeira: Sie versetzt die Spieler in die notwendige Spannung und belebt die kämpferischen und tänzerischen Elemente. Aufgabe der Musik ist aber auch Grenzen und Akzente zu setzen. Indem geistige und körperliche Kräfte gesteuert werden, wird der Kampf zu einem rhythmischen Schlagabstausch geordnet. Die Spielweise der Instrumente ist wesentliches Kennzeichen der verschiedenen Stile und Formen von Capoeira (mehr).


Eine entscheidende Bedeutung kommt dem Element der Wieder-holung zu. Das Spiel der Instrumente verfolgt eine bewusst angesteuerte Eintönigkeit. Aus ihr wird durch zwischenge-schaltete Variationen eine schöpferische und magische Spannung erzeugt, die sich auf die Bewegung der Capoeiristas auswirkt. Gemeinsam mit den gesungenen Liedern (mehr) bildet der Klang der Instrumente das Rückgrat von Capoeira.

 

In der Nova Aliança werden die Instrumente bei einer Roda in einer bestimmten Reihenfolge angeordnet: Ausgehend vom Spieler der Gunga (Mitte) werden zur Rechten Médio und Viola und zur Linken Atabaque, Pandeiro und Agogô gespielt.

Außerdem gibt es noch eine Art Rangfolge, zu welchem Zeitpunkt ein bestimmtes Instrument angestimmt wird. In dieser Anordn- ung stellen wir euch hier die einzelnen Instrumente vor.

Berimbau

Die Berimbau bildet das Herzstück eines jeden Ensembles zu dem Capoeira gespielt wird. Mit ihrem Spiel beginnt und endet die Roda. Alle anderen Instrumente werden also erst nach der Berimbau angestimmt. Zudem ist der Spieler der Berimbau auch der Spielleiter, durch dessen Geste der Beginn des Capoeira-Spiels ankündigt wird (mehr).

 

Das Instrument besteht aus einem gebogenen Stock (Verga) aus Biriba-Holz, an dessen Enden ein Draht (Arame) befestigt ist. Am unteren Viertel wird der Resonanzkörper (Cabaça), ein getrockneter Kürbis, durch die Saite und den Bogen befestigt. Mittels eines Holzstabs (Baqueta) in der Führungshand schlägt der Spieler das Instrument an und verändert durch Druck gegen die Arame mit einer Münze (Dobrão) oder einem Stein (Pedra) in der anderen Hand den Ton. Auf diese Weise können drei Töne (hoch, tief und schnarrend) gespielt werden, wobei es noch zusätzlich Variationsmöglichkeiten durch Verschließen der Cabaça mit dem Oberkörper gibt. Darüber hinaus wird meist in der Führungshand ein rasselartiges Körbchen (Caxixi) gehalten. Je nach Größe der Cabaça und somit der Tonhöhe unterscheidet man bei der Berimbau zwischen Gunga, Médio und Viola.

Das Halten und Spielen erfordern natürlich Übung. Ein gutes Anfänger-tutorial mit weiterführenden Erklärungen findet ihr hier.

 

Während des Capoeira-Spiels ist es wichtig auf den Rhythmus und den Klang der Berimbau zu achten, da die Spielweise des Instruments die Spiel- und Bewegungsformen (Jôgo) der Capoeiristas bestimmt (mehr).

 
Atabaque

Wie bei allen fassförmigen Röhrentrommeln variiert auch bei der Atabaque die Tonhöhe mit der Größe. Sie ist länglich und verjüngt sich stark zum unteren Ende hin. Wegen der schmalen Kesselöffnung wird die Atabaque für gewöhnlich in einem Ständer aufgestellt. Das Fell ist entweder über eine Schnur-Pflock-Schnürung oder Schrauben gespannt.

In Capoeira wird die Atabaque mit der Hand gespielt und untermalt mit ihrem charakteristischen Klang den Rhythmus des Berimbau. Das Trommelspiel erfolgt im Wesentlichen durch vier verschiedene Schlagtechniken: Mit der flachen Hand, dem äußeren Handrist, dem vorderen Fingerbereich (jeweils Fellmitte) und den Handballen (Fellrand).
Für den üblichen Rhythmus beim Spiel in der Roda verwendet man eher die erst- und letztgenannte Schlagtechnik wie hier gezeigt wird.

Natürlich gibt es unterschiedliche Spielweisen für die Atabaque:

Pandeiro

Das Pandeiro ist eine Rahmentrommel, die in Lateinamerika, besonders in Brasilien, sehr verbreitet ist. Dort wird es als beliebtes Percussionin-strument für Samba, Choro und nicht zuletzt auch Capoeira gespielt.

Hierzulande ist das Pandeiro eher unbekannt und wird leicht mit dem Tambourin verwechselt. In der Tat unterscheiden sich die Instrumente lediglich durch die Anordnung der Schellen: Während sich beim Tambourin die Schellen sanduhrförmig gegenüberliegen, formen sie beim Pandeiro eine Muschel.

 

Das Pandeiro wird mit einer Hand an der Aussparung der Schellen so umgriffen, dass der Daumen auf der Felloberfläche aufliegt. Die Töne werden mit der Führungshand mit Daumen, Handballen, Fingerspitzen oder Handfläche geschlagen. Dabei wird stets auf der von der Haltungs- hand abgewandten Hälfte gespielt. Durch Hin- und Herdrehen der Haltungshand kann zusätzlich der Klang der Schellen variiert werden. Auf diese Weise wird der vorgegebene Grundrhythmus von Berimbau (und Atabaque) begleitet. Die Spielweise des Pandeiro ist im Capoeira verhältnismäßig einfach. Eine gute Einführung ist hier zu finden.

 

Verwendet werden sowohl Natur- als auch Plastikfellpandeiros in ver- schiedenster Größe. Naturfelltrommeln ermöglichen die Variation der Tonhöhe durch Pressen des Zeigefingers der Haltungshand gegen die Fellunterseite.

Einen guten Überblick zum Spielen des Pandeiro bietet diese Auswahl:

                                                                    Agogô

Der Agogô besteht aus zwei Klangkörpern unterschiedlicher Größe und Tonhöhe, die miteinander über einen Bügel verbunden sind. Bei den Klangkörpern handelt es sich entweder durch zwei längliche kegelförmige Metallglocken ohne Klöppel oder getrockneten Schalen von Paranüssen. Durch Schlagen mit einem Holzstab (Baqueta) wird der Rhythmus, der auch in der Roda geklatscht wird, unterstützt. Der Agogô gestaltet durch seine Variationen das Melodiemuster deutlich. Man sollte dessen Wirkung und Funktion daher nicht unterschätzen. Ein kleines Tutorial mit einigen Variationsmöglichkeiten findet man hier.

Und natürlich gibt es auch hier eine Vielzahl von Spielvariationen und Rhythmen: